AI-Breakdown | KW 52 – KI meistert Finanz-Prüfungen, OpenAI rüstet auf & Ausblick auf 2026
Guten Morgen, liebe KI-Enthusiasten,
auch diese Woche gab es wieder zahlreiche Neuigkeiten aus der aufregenden Welt der Künstlichen Intelligenz. Von Modellen, die komplexe Finanz-Examen bestehen, über wichtige Updates bei der Bildgenerierung bis hin zu spannenden Prognosen für das Jahr 2026: Hier findet ihr eine kompakte Zusammenfassung aller Highlights.
KI und Finanzen: Modelle brechen Rekorde
Eine neue Studie zeigt Erstaunliches: Sechs führende KI-Modelle haben alle drei Stufen der anspruchsvollen "Chartered Financial Analyst" (CFA) Prüfungen bestanden.
Spitzenreiter: Gemini 3.0 Pro erreichte im ersten Level einen Rekordwert von 97,6 %.
Der Vergleich: Auch GPT-5 und andere Modelle (wie Claude Opus 4.1) zeigten starke Leistungen. GPT-5 führte im zweiten Level mit 94,3 %.
Rasante Entwicklung: Noch 2023 scheiterte GPT-3.5 an den ersten beiden Stufen. Der Sprung zu fast perfekten Ergebnissen geschah in rund 24 Monaten.
Bedeutung: Auch wenn das Bestehen eines Tests nicht gleichbedeutend mit der täglichen Arbeit eines Finanzanalysten ist, zeigt es das enorme Tempo der Verbesserung. Experten vermuten, dass sich der Beruf künftig stärker auf menschliche Stärken wie Kundenbeziehungen verlagern wird. https://arxiv.org/pdf/2512.08270
OpenAI: Neues zur Bildgenerierung und App-Marktplatz
OpenAI reagiert auf den Wettbewerb mit zwei großen Neuerungen.
GPT Image 1.5 Das Update für den Bildgenerator verspricht deutliche Verbesserungen:
Geschwindigkeit: Bilder werden bis zu viermal schneller erstellt.
Qualität: Gesichter, Beleuchtung und Bildaufbau bleiben bei nachträglichen Änderungen (Edits) nun konsistent erhalten.
Text im Bild: Das Modell kann inzwischen besser mit langen Texten und Infografiken innerhalb von Bildern umgehen – ein bisheriger Schwachpunkt vieler Modelle. https://openai.com/de-DE/index/new-chatgpt-images-is-here/
Marktplatz für Entwickler: OpenAI hat zudem das Verzeichnis für Apps innerhalb von ChatGPT erweitert. Entwickler können jetzt eigene Anwendungen einreichen. Bekannte Dienste wie Canva, Spotify oder Zillow sind bereits integriert. Dies ist ein weiterer Schritt, um ChatGPT zur zentralen Schnittstelle für verschiedenste digitale Aufgaben zu machen. https://openai.com/de-DE/index/developers-can-now-submit-apps-to-chatgpt/
Forschung: Wie wir KI nutzen und Grenzen von "Viel hilft viel"
Zwei interessante Studien werfen ein Licht darauf, wie KI tatsächlich genutzt wird und wo ihre Grenzen liegen.
Perplexity-Studie: Eine Analyse zeigt, dass Nutzer KI-Suchmaschinen nicht nur für einfache Fragen nutzen. Über die Hälfte der Anfragen dreht sich um komplexe Recherche, Arbeitsprozesse und akademische Themen. Besonders Fachkräfte aus Technik und Finanzen nutzen die Werkzeuge für tiefergehende Wissensarbeit. https://arxiv.org/pdf/2512.07828
Google & MIT zu KI-Agenten: Ist es besser, viele KI-Agenten auf ein Problem anzusetzen? Nicht unbedingt. Forschungsergebnisse zeigen, dass bei Aufgaben, die schrittweises Denken erfordern (wie im Spiel Minecraft), die Leistung sinken kann, wenn zu viele Agenten involviert sind. Ein einzelner, gut trainierter Agent ist oft effizienter und kostengünstiger als ein komplexes Netzwerk. https://arxiv.org/pdf/2512.08296
Ausblick: Stanford-Experten blicken auf 2026
Das Institut für menschenzentrierte KI (HAI) der Universität Stanford wagt Prognosen für das Jahr 2026:
Jahr der Wahrheit: Nach dem großen Hype wird erwartet, dass Unternehmen künftig harte Beweise für den Nutzen von KI verlangen.
Gesundheitswesen: Ein "ChatGPT-Moment" für die Medizin wird erwartet, da die Kosten für das Training medizinischer Modelle sinken.
Keine "AGI": Die Experten rechnen für das kommende Jahr bisher nicht mit einer "Allgemeinen Künstlichen Intelligenz" (AGI), also einer KI, die dem Menschen in allen Belangen ebenbürtig ist. https://hai.stanford.edu/news/stanford-ai-experts-predict-what-will-happen-in-2026
Kurz & knapp: Was sonst noch wichtig war
Wort des Jahres: Merriam-Webster hat "Slop" zum Wort des Jahres 2026 gekürt. Es bezeichnet digitale Inhalte geringer Qualität, die massenhaft durch KI erzeugt werden. https://www.merriam-webster.com/wordplay/word-of-the-year
Halluzination in der Medizin: Vorsicht bleibt geboten. Eine medizinische KI von Google hat in einer Studie ein nicht existierendes Gehirnareal erfunden – ein Fehler, der selbst bei der Überprüfung durch Mediziner zunächst übersehen wurde. https://www.golem.de/news/google-med-gemini-medizin-ki-erfindet-fiktives-koerperteil-2512-203538.html
Besseres Lesen: Mistral hat mit "OCR 3" ein Modell veröffentlicht, das Dokumente, gescannte Formulare und Tabellen besonders gut in reinen Text umwandeln kann. https://mistral.ai/news/mistral-ocr-3
Wie seht ihr die Entwicklung? Werden KI-Modelle in euren Augen die Finanzwelt komplett umkrempeln, oder bleibt der menschliche Faktor entscheidend? Schreibt mir gerne eure Meinung dazu.
Wir lesen uns wie immer bei der nächsten Ausgabe des Newsletters – und bis dahin gilt: Bleibt neugierig!
Herzliche Grüße
Tobit