Vernetzte Finanzen, schlaue Assistenten und gelöste Rätsel
Auch diese Woche gab es wieder zahlreiche bahnbrechende Neuigkeiten aus der Welt der Künstlichen Intelligenz. Von gelösten Rätseln in der Wissenschaft über neue Alltagshelfer bis zu wichtigen Entscheidungen für den Arbeitsmarkt: Hier findet ihr eine kompakte Zusammenfassung aller Höhepunkte.
OpenAI: ChatGPT verknüpft sich mit eurem Geld und gewinnt vor Gericht
- Der neue Finanz-Helfer: OpenAI hat eine neue Funktion für die persönliche Finanzverwaltung in ChatGPT eingebaut. Durch eine Partnerschaft mit dem Dienst Plaid kann das Programm eine sichere Verbindung zu Banken und Wertpapierdepots herstellen. ChatGPT kann dann Ausgaben und Geldanlagen auswerten. Geld überweisen oder Rechnungen bezahlen kann das System bisher aber nicht. Die Funktion startet zuerst in den USA für Nutzer mit einem Bezahlkonto. https://openai.com/index/personal-finance-chatgpt/
- Sieg gegen Elon Musk: Die riesige Milliarden-Klage von Elon Musk gegen OpenAI und Microsoft wurde abgewiesen. Das Gericht entschied einstimmig, dass die Klage viel zu spät eingereicht worden war. Musk betonte, dass dies nur eine formale Entscheidung war, und beabsichtigt, das Urteil anzufechten. https://edition.cnn.com/2026/05/18/tech/openai-musk-lawsuit-verdict
- Kostenloser Zugang für ein ganzes Land: OpenAI arbeitet mit dem Staat Malta zusammen. Jeder Bürger, der einen staatlichen Kurs über das Grundwissen zu Künstlicher Intelligenz abschließt, erhält einen kostenlosen Zugang zu ChatGPT Plus. https://openai.com/index/malta-chatgpt-plus-partnership/
Google I/O: Neue Modelle und schlaue Assistenten
- Schneller und günstiger: Google hat auf seiner großen Entwicklerkonferenz neue Modelle vorgestellt. Das Modell Gemini 3.5 Flash arbeitet viermal schneller als die Vorgänger und kostet nur die Hälfte, liefert aber ähnlich starke Ergebnisse wie die teure Konkurrenz. https://www.youtube.com/watch?v=wYSncx9zLIU
- Digitale Helfer für den Alltag: Mit Gemini Spark wurde ein persönlicher Assistent vorgestellt, der rund um die Uhr Aufgaben im Hintergrund erledigen kann – zum Beispiel in E-Mails, im Browser oder in Chat-Programmen. Zudem wird die Google-Suche grundlegend überarbeitet, sodass sie Text, Bilder, Töne und Videos gleichzeitig verarbeiten kann.
- KI im Forschungslabor: Google hat zudem ein Werkzeug namens Co-Scientist vorgestellt. Dieses System lässt verschiedene digitale Forscher-Assistenten in einer Art „Ideen-Turnier“ gegeneinander antreten, um neue wissenschaftliche Vermutungen aufzustellen. Bei einem Projekt zu Lebererkrankungen konnte so bereits ein vielversprechender Ansatz gefunden werden. https://www.nature.com/articles/s41586-026-10644-y
Anthropic: Top-Forscher wechselt das Team und deckt Sicherheitslücken auf
- Prominenter Neuzugang: Der bekannte KI-Forscher und OpenAI-Mitgründer Andrej Karpathy wechselt zum Konkurrenten Anthropic. Er soll dort dabei helfen, die Entwicklung und Ausbildung des Sprachmodells Claude weiter zu automatisieren. https://x.com/karpathy/status/2056753169888334312
- Tausende Schwachstellen entdeckt: Ein neues Modell namens Claude Mythos hat in einem Testlauf innerhalb nur eines Monats mehr als 10.000 schwere Sicherheitslücken in Softwareprogrammen aufgespürt. Das Modell bleibt vorerst unter Verschluss, da die Schutzmaßnahmen gegen einen Missbrauch dieser Fähigkeiten bisher nicht ausreichen. https://www.anthropic.com/research/glasswing-initial-update
KI knackt jahrzehntealte mathematische Rätsel
- Erfolg für OpenAI: Ein neues, auf logisches Denken ausgerichtetes Modell von OpenAI hat eine 80 Jahre alte mathematische Annahme (das Distanzproblem von Erdős) widerlegt. Dies gilt als Meilenstein, da die KI hier eine echte eigene Entdeckung gemacht hat, statt nur bestehendes Wissen zusammenzufassen. https://openai.com/index/model-disproves-discrete-geometry-conjecture/
- Google zieht sofort nach: Nur einen Tag später verkündete Google DeepMind, dass ihr System AlphaProof Nexus gleich neun ungelöste mathematische Probleme gelöst hat – zwei davon waren seit 56 Jahren ungelöst. Das System schreibt Beweise und überprüft diese eigenständig so lange, bis sie fehlerfrei sind. https://arxiv.org/abs/2605.22763v1
Wandel auf dem Arbeitsmarkt und neue Schutzgesetze
- Stellenabbau bei Meta: Der Facebook-Mutterkonzern Meta entlässt diese Woche bis zu 8.000 Mitarbeiter. Gleichzeitig werden 6.000 offene Stellen gestrichen. Grund dafür ist der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um das Unternehmen effizienter aufzustellen. https://www.cnbc.com/2026/05/18/metas-layoffs-starting-this-week-underscore-zuckerbergs-ai-reality-.html
- Kalifornien reagiert mit Schutzmaßnahmen: Der Gouverneur von Kalifornien hat eine Verordnung unterschrieben, um Arbeiter vor Jobverlusten durch KI zu schützen. Staatliche Stellen sollen nun Pläne für Umschulungen, finanzielle Absicherungen und schnellere Warnungen bei Entlassungswellen ausarbeiten. Zudem wird ein System eingerichtet, das die Auswirkungen der Technologie auf die Arbeitsplätze genau überwacht. https://www.gov.ca.gov/2026/05/21/governor-newsom-signs-first-of-its-kind-executive-order-to-prepare-workers-and-businesses-for-potential-ai-disruption/
Hinweis zur Bildsicherheit: Um Fälschungen zu erschweren, nutzt OpenAI ab sofort eine digitale Kennzeichnungstechnologie von Google (SynthID). Damit lässt sich bei Bildern im Internet leicht überprüfen, ob sie von ChatGPT erstellt wurden. https://openai.com/de-DE/index/advancing-content-provenance/
Wohin geht die Reise mit der Künstlichen Intelligenz? Spannend bleibt, wie sehr wir Systemen wie ChatGPT in Zukunft unsere persönlichen Finanzen anvertrauen werden und wie wir als Gesellschaft auf die massiven Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt reagieren. Werden die neuen Schutzmaßnahmen aus Kalifornien bald zum Vorbild für die ganze Welt?
Wir lesen uns wie immer bei der nächsten Ausgabe – und bis dahin gilt: Bleibt neugierig!