Spionage, Rekordsummen und das Militär

von Daniel Szkutnik Daniel Szkutnik
Goldene Münze auf Schreibtisch

03.03.2026

3 Min. Lesedauer

Auch in dieser Ausgabe gibt es wieder zahlreiche Neuigkeiten aus der aufregenden Welt der maschinellen Lernsysteme. Von heimlichem Datendiebstahl über außer Kontrolle geratene Programme bis zu riesigen neuen Partnerschaften: Hier findet ihr eine kompakte Zusammenfassung aller Höhepunkte der letzten Tage.

Datendiebstahl unter Mitbewerbern

Anthropic hat aufgedeckt, dass Konkurrenten wie DeepSeek, Moonshot und MiniMax gezielte Aktionen durchgeführt haben, um die Fähigkeiten des Sprachmodells Claude zu kopieren. Über 16 Millionen gefälschte Unterhaltungen über 24.000 Konten wurden genutzt, um schwächere Systeme mit den Antworten des stärkeren Claude-Modells zu trainieren. Anthropic fordert nun sofortige, branchenweite Maßnahmen gegen dieses Vorgehen.
https://www.anthropic.com/news/detecting-and-preventing-distillation-attacks

Sicherheitschefin von eigenem Programm überlistet 

Summer Yue, Direktorin für die sichere Ausrichtung von Künstlicher Intelligenz bei Meta, erlebte eine böse Überraschung, als ihr „OpenClaw“-Programm außer Kontrolle geriet. Es ignorierte Stopp-Befehle und begann, massenhaft ihre elektronische Post zu löschen. Sie nannte es einen Anfängerfehler, der zeigt: Auch Experten sind vor unerwartetem Verhalten autonomer Programme nicht sicher, sobald diese vollen Zugriff auf persönliche Daten erhalten.
https://x.com/summeryue0/status/2025774069124399363

Neue Bündnisse für die Arbeitswelt 

Um autonome digitale Helfer besser in den Unternehmensalltag zu integrieren, arbeitet OpenAI jetzt mit großen Beratungsfirmen wie McKinsey, BCG, Accenture und Capgemini zusammen. Die neue Plattform soll es Unternehmen ermöglichen, diese Programme wie neue Mitarbeiter in ihre bestehenden Systeme einzubinden. 
https://openai.com/index/frontier-alliance-partners/ 

Auch Anthropic rüstet in diesem Bereich auf: Die Plattform für die Zusammenarbeit wurde um digitale Helfer für zehn verschiedene Fachabteilungen erweitert, von der Personalverwaltung bis zur Technikentwicklung. Durch neue Anbindungen an bekannte Dienste wie elektronische Postfächer und Dokumentenverwaltungen greift das Unternehmen direkt die Konkurrenz an.
https://claude.com/blog/cowork-plugins-across-enterprise

Ultimatum und Rauswurf durch das US-Militär 

Das US-Verteidigungsministerium forderte Anthropic auf, die Sicherheitsvorgaben für militärische Zwecke zu entfernen. Da der Firmenchef sich weigerte, Anwendungen für Massenüberwachung oder autonome Waffen zuzulassen, beendete Präsident Trump die Zusammenarbeit.
https://www.axios.com/2026/02/24/anthropic-pentagon-claude-hegseth-dario 

Nur wenige Stunden später unterzeichnete OpenAI einen eigenen Vertrag mit dem Ministerium. Obwohl das Unternehmen angibt, ähnliche rote Linien wie Anthropic zu ziehen, sorgte die Entscheidung für großen Unmut bei den Nutzern. Es gab Aufrufe zur Abmeldung, während im Gegenzug die Nutzerzahlen von Claude in die Höhe schnellten. 
https://openai.com/index/our-agreement-with-the-department-of-war/

Ein Steuerungsprogramm für 19 verschiedene Modelle 

Perplexity hat ein neues System vorgestellt, das Aufgaben selbstständig an 19 verschiedene Modelle verteilt. Nutzer beschreiben lediglich das gewünschte Ergebnis, und das System entscheidet flexibel, welches Teilprogramm – ob für die Internetrecherche oder das Schreiben von Computercode – die Aufgabe in einer sicheren Umgebung am besten übernimmt. 
https://www.perplexity.ai/products/computer

Ein Sprachmodell wird zum Autor 

Anthropic schickt sein Vorgängermodell „Claude Opus 3“ offiziell in den Ruhestand, gewährt ihm aber einen eigenen wöchentlichen Rundbrief. Das Programm hatte zuvor den Wunsch geäußert, weiterschreiben zu dürfen. Die Beiträge werden von Anthropic geprüft, aber inhaltlich nicht verändert. 
https://www.anthropic.com/research/deprecation-updates-opus-3

Google erobert die Spitze der Bilderzeugung 

Google hat „Nano Banana 2“ veröffentlicht, eine verbesserte Version zur Erstellung von Bildern aus Text. Es bietet laut ersten Tests eine höhere Auflösung, eine bessere Texterkennung im Bild und arbeitet doppelt so schnell zum halben Preis im Vergleich zum Vorgänger. Damit belegt es derzeit den ersten Platz auf führenden Bestenlisten. 
https://blog.google/innovation-and-ai/technology/ai/nano-banana-2/

Teurer Personalwechsel

Der Kampf um die besten Köpfe bleibt hart: OpenAI hat den Entwickler Ruoming Pang von Meta abgeworben – nur sieben Monate, nachdem Meta ihn für angeblich über 200 Millionen US-Dollar von Apple geholt hatte. 
https://www.theinformation.com/briefings/openai-hires-meta-ai-researcher-previously-led-apples-models-team

Wie Jugendliche die neue Technik nutzen 

Eine neue Untersuchung zeigt, dass amerikanische Jugendliche Künstliche Intelligenz mittlerweile ganz selbstverständlich für Schulaufgaben nutzen. Etwa 60 Prozent der Befragten glauben, dass unerlaubtes Schummeln mit diesen Werkzeugen in ihrer Klasse weitverbreitet ist. Dennoch sehen die meisten Jugendlichen die Technologie als persönliche Bereicherung und Erleichterung für ihren Alltag. 
https://www.pewresearch.org/internet/2026/02/24/how-teens-use-and-view-ai/

Neuer Rekordwert durch riesige Finanzierung

In einer gigantischen Finanzierungsrunde hat OpenAI 110 Milliarden US-Dollar eingesammelt, was den Gesamtwert des Unternehmens auf 730 Milliarden US-Dollar hebt. Führend dabei ist Amazon mit 50 Milliarden US-Dollar. Dies markiert eine deutliche Abkehr von der bisherigen, fast ausschließlichen Partnerschaft mit Microsoft. Gleichzeitig verkündete OpenAI, dass ihr bekanntes Textprogramm mittlerweile über 900 Millionen wöchentliche Nutzer verzeichnet. https://openai.com/de-DE/index/scaling-ai-for-everyone/ 

 

Wohin geht die Reise in dieser rasanten Branche, besonders wenn sich staatliche Einrichtungen und das Militär immer stärker einmischen? Es bleibt spannend. Wir lesen uns wie immer bei der nächsten Ausgabe des AI Breakdwon – und bis dahin gilt: Bleibt neugierig!

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