Was, wenn die Welt nie wieder normal wird? – Corona, eLearning und Kollaborationsdesign

eLearning

27.03.2020

5Min. Lesedauer

Wenn alle Tore geschlossen sind, öffnet Kollaborationsdesign neue Türen

Tres faciunt collegium – drei sind ein Kollegium. Dieses geflügelte akademische Wort stammt von Kaiser Justinian I. Aber was, wenn weder drei noch mehr Leute in einem Raum sein dürfen? Wenn Unis, Hochschulen und Schulen schließen? Muss dann der Lehrbetrieb komplett eingestellt werden? Wie funktionieren dann Forschung und Kongresse? Wie können Studenten und Schüler zusammenarbeiten, wenn sie keine gemeinsamen Räume mehr haben?
Die Lösung dafür sind kollaborative Plattformen. Also virtuelle Räume, in denen man sich vernetzen, austauschen, diskutieren und zuhören kann. Von solchen Orten der Wissensvermittlung und Wissensgewinnung träumen viele schon lange. Und ziemlich sicher hätte auch Justinian I auf solche Plattformen gesetzt. Zumindest, als die nach ihm benannte Pest-Pandemie sein ganzes Weltreich zumindest ins Wanken brachte …Aber lassen Sie uns aus dem sechsten Jahrhundert ins Heute zurückkehren. Und zu positiveren Nachrichten: Wir haben heute – anders als Justinian I – alle technologischen Mittel in der Hand, um auf virtuellen Plattformen zu lehren, zu lernen und kollaborativ zu agieren. Also nutzen wir das doch!

Was, wenn Präsenz eine neue Bedeutung bekommt?

Videokonferenzen kennen wir alle. Online-Kurse, in denen wir Materialien, Vorträge und Co. downloaden oder streamen, auch. Aber irgendwie fühlen sich solche Dinge noch ein bisschen an, als ob man nicht wirklich miteinander verbunden wäre. Als ob man da wäre – aber doch woanders. Kollegialität, Interaktion und Co. finden auf vielen eLearning-Plattformen nämlich noch nicht wirklich statt. Und wenn man „wirklich“ zusammenarbeiten will, muss man sich doch noch „im echten Leben“ treffen. Aber stellen Sie sich vor, dass man das weitgehend obsolet machen kann:

  • Weil man mit Screensharing, kollaborativen Dokumenten, mit Whiteboard Elementen und Co. virtuelle Kollaborationsräume öffnet.
  • Weil sich Arbeitsgruppen online bilden und weiterentwickeln.
  • Weil Activity Streams, Gruppenchats und Aufgabenplanner zeigen, wer gerade was macht – und wo man sich einbringen kann.
  • Weil man virtuell präsent ist – und das unabhängig von Tageszeit und Ort.
  • Weil man für die Lehre und das Lernen nicht mehr physisch da sein muss – und trotzdem miteinander interagieren kann.
  • Weil sich organisatorisch, finanziell und zeitlich vollkommen neue Räume für alle öffnen.

Was, wenn wir wieder auf mehr Nähe setzen?

Social Distancing ist heute an der Tagesordnung – und es könnte auch zu Einem führen: Dass wir nachhaltige Kommunikation wieder mehr schätzen. Kein schnelles Multichannel-Kommunikationsfeuerwerk mehr. Sondern Austausch von Face-to-Face. Aber was kann das im eLearning und eTeaching heißen?

  • Kollaborative Plattformen lassen aus diesem Bedürfnis heraus ganz neue Netzwerke entstehen.
  • Und zwar solche, die Lehrende mit Lehrenden, Lehrende mit Lernenden und Lernende mit Lernenden verknüpfen.
  • Lehrender-zu-Lehrender, Lehrender-zu-Lernenden und Lernender-zu-Lernenden-Netzwerke könnte man sie nennen. Und jede Gruppe hätte dort unendliche Interaktionsmöglichkeiten.
  • Unis und Schulen, Professoren und Lehrer oder Institute werden dabei quasi zu neuronalen Austausch- und Wissensknoten.
  • Und von diesen „Mutterzellen“ aus können sich alle über jegliche physischen Grenzen hinweg verbinden.
  • Sie können miteinander schreiben und chatten, über Video-Calls direkt in Verbindung treten, Kurse und Vorlesungen gemeinsam besuchen, auch, wenn man räumlich getrennt ist …

Und was, wenn aus elitärem Wissen Open Knowledge wird?

Viele eLearning-Plattformen kommen aus der Open Knowledge Bewegung. Und die soziale Distanz während der Corona-Pandemie bringt uns alle viel stärker dazu, unser Wissen aktiv zu teilen. Über Kanäle hinweg, digital und schnell. Denn nur so kommen wir in der Krise effizient weiter. Ein Beispiel dafür: Die SOLIDARITY Medikamenten-Studie der WHO – etwas, das noch 2019 praktisch undenkbar erschien, ist ganz einfach möglich geworden: Verschiedenste Institutionen arbeiten zusammen, um gemeinsam pharmakologische Daten zu sammeln.

Diese Revolution in der Kollaboration wird sich mit Sicherheit auch auf den Lehrbetrieb an Unis, Hochschulen und Schulen auswirken. Sie werden sehen: Lernende und Lehrende werden viel selbstverständlicher auf Wissensdatenbanken für Vorlesungen zugreifen. Gruppen- und Studienmaterialien werden viel offenherziger geteilt werden. Und wenn wir den Mut haben, die Technologien richtig einzusetzen, werden wir sehen: Das Wissen wächst auch dann, wenn man es digital teilt.

Und wenn Lehrende nicht mehr vor Ort sein müssen?

Vorlesungen und Seminare mit Anwesenheitspflicht sind Alltag im Lehrbetrieb. Aber es kann gut sein, dass es in Zukunft eine akzeptierte Wahrheit ist, dass die physische Anwesenheit von Lehrenden gar nicht entscheidet. Sondern dass Kurse und Seminare auch digital stattfinden können. Kollaborative Plattformen ermöglichen das in vielen verschiedenen Weisen …

  • Stellen Sie sich vor, Sie können eine Koryphäe aus den USA für einen Online-Kurs engagieren. Und Flugkosten, Hotelkosten und Co. entfallen einfach.
  • Stellen Sie sich vor, Ihre Institutsangehörigen halten selbst digitale Kurse an anderen Universitäten – aber das Renommee landet bei Ihnen.
  • Stellen Sie sich vor, es können Menschen aus der ganzen Welt bei Ihnen studieren – ohne vor Ort zu sein.
  • Stellen Sie sich vor, dass Projekt-, Studien- und/oder Seminararbeiten kollaborativ und sozial vernetzt entworfen, diskutiert und weiterentwickelt werden. Mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Ländern und Städten.
  • Stellen Sie sich vor, dass die kollaborativen Plattformen trotzdem Zeitpläne und Kursplanungen integrieren – an die sich alle freiwillig halten. Weil diese Pläne viel besser ins eigene Leben passen.
  • Stellen Sie sich vor, dass Lehrende einfach Aufgaben stellen – und die Studierenden während der Lösung digital coachen können.

 

Nicht zuletzt: Was, wenn die Zeit gar keine Rolle mehr spielt?

In der Krise sehen wir: Die ortsgebundene Verfügbarkeit haben wir immer überschätzt. Denn wir managen Jobs, Projekte, Deadlines und Co. auch, wenn wir von verschiedenen Orten aus an ihnen arbeiten. Dabei agieren wir nicht einmal mehr synchron, sondern asynchron: Jeder arbeitet dann, wenn es seine Situation gerade erlaubt. Wie gut das funktioniert, ist fast überraschend … Wenn man an die inneren Hürden denkt, die wir hier überwinden mussten. Die wir aber innerhalb von ein paar Tagen einfach hinter uns gelassen haben.

Lernen wir davon auch etwas die Lehre! Schaffen wir uns die Möglichkeit, Dozenten aus Südafrika oder Japan oder woher auch immer für uns zu gewinnen – ohne, dass sie vor Ort sein müssen. Bauen wir neue Wege des kollaborativen Wissensmanagements! Und bringen wir die Forschung und Innovationen voran!

Uns was kann die trio-group für Sie tun?

Unser entscheidender Vorteil: Wir denken kollaborativ. Und sind als Strategen, Technologen und Designer auch bei komplexen Aufgaben für Sie da. Gerne begleiten wir Sie auf dem Weg zu Ihrer kollaborativen Plattform.

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Daniel Szkutnik

Daniel Szkutnik

Chief Strategy Officer trio-group I.AM

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