20.02.2017

Science-Update: Prof. Dr. Stefan Selke - Emotionalisierung der Quantifizierung

Was darf ich essen, was nicht? Welches Reiseziel kommt infrage und wie viele Kalorien muss ich verbrennen? Entscheidungen und Bedürfnisse, die bereits heute häufig das Ergebnis von Datenaggregationen und dem dazu passenden Algorithmus sind – Tendenz steigend. Davon geht Sozialforscher Prof. Dr. Stefan Selke von der Hochschule Furtwangen aus. Ob Smartwatches, Fitnessbänder oder Gesundheits-Apps: Die Gadgets zur Selbstvermessung sind längst in unserem Alltag angekommen.

Kauf- und Lebensentscheidungen werden daher in Zukunft anders getroffen – basierend auf Daten, die wir von uns selbst sammeln, preisgeben und teilen, die von „Entscheidungsmaschinen“ zusammengeführt und uns wiederum als rationale und objektive Ergebnisse präsentiert werden. „Die Selbstvermessungsmöglichkeiten erzeugen komplett neue Bühnen, auf denen wir uns bewegen“, sagt Selke. Wir vergleichen unsere Sportlichkeit in sozialen Netzwerken oder analysieren unsere Vitaldaten mit Smartphone-Apps. Der Mensch nutzt die gesammelten Daten, um sich in der heutigen „Upgrade-Kultur“ nach außen zu präsentieren. So entstehen völlig neue Märkte, auf denen sich Individuen präsentieren. An die neuen Bühnen, Geschichten zu knüpfen, Storytelling-Konzepte an Daten zu binden – das ist der Weg, um den heutigen Hang zur Quantifizierung unseres Lebens zu nutzen, um Marken individueller auf das Selbstbild (Identität) der Zielgruppen zuzuspitzen.

Marketeers und Agenturen können mit den Daten Kaufentscheidungen aktiv beeinflussen. Wie? „Indem Daten verstanden werden als digitaler Deich. Als Orientierung und Sicherheit vor dem Unvorhersehbaren und Unbeherrschbaren“, so Selke. Daten und damit verbundene Marken müssen emotionalisiert und mit positiven Geschichten aufgeladen werden. Dann fußt die Entscheidung, sich einer Marke zuzuwenden, nicht nur auf einem technischen Algorithmus, sondern auch dem emotional-denkenden Menschen – genau an diesem Punkt setzt brandsync.® an. Emotionen sind Entscheidungstreiber. Und mit dem datengestützten Wissen über Wünsche und Erwartungen von Zielgruppen können gezielt emotional passende Stories aufbereitet werden.
Mehr über brandsync.® erfahren Sie unter www.brandsync.de.

Denn datengesteuerte Kaufempfehlungen bleiben letztendlich nur Empfehlungen. Die Entscheidung, ob ein Produkt zu mir passt oder nicht, ist keine pure Rechenleistung von PC oder Handy. Sie ist vor allem auch eine Frage der emotionalisierten Marke. Denn die Marke ist ein Sicherheitsanker in einer multioptionalen Konsumgesellschaft und gleichzeitig Identitätsstifter.

Vortrag in Thesen:

  • Rational vs. emotional: Daten bieten die Grundlage für eine rationale Kaufentscheidung. Aktiv genutzt, weckt man mit ihnen aber auch die richtigen Emotionen bei Kunden. Die Marke wird so an das individuelle Identitätskonzept der Zielgruppe angepasst.
  • Entscheidungsautonomie geht verloren: Kunden nutzen vorgefertigte Optionen und interpretieren diese als eigene bewusste Entscheidung.
  • Orakelfunktion: Der Mensch projiziert in Daten eine Fülle von Erwartungen.
  • Digitaler Deich: In einer Welt voller Krisen geben die eigenen Daten das Gefühl des Beherrschbaren.

Handlungsempfehlung Agentur:

  • Verbindung von Technik und Emotion: Emotionalisierung durch Daten, indem Werte, Prioritäten und narrative Elemente daran gekoppelt werden.
  • Bild des leistungs-optimierten Menschen („Upgrade-Kultur“) positiv besetzen und Chance sehen, aktiv mehr über die Zielgruppe zu erfahren.
  • Dem Kunden mithilfe von Daten Orientierung und Sicherheit geben („digitale Deiche“).

Der Beitrag von Prof. Dr. Stefan Selke ist Teil der Videoserie „Science-Update“ der trio-group.

Bisher erschienene Vorträge:

Sven Gábor Jánszky – Kundenwelten 2026
Dr. Henning Beck – Brain the Company

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Verstanden, ich möchte trotzdem fortfahren